Fitness: Meine Tough Mudder Erfahrung

Kürzlich habe ich etwas getan, was normalerweise so gar nicht meinem üblichen Sport- und Fitnessprogramm entspricht. Und doch habe ich mich am Ende völlig erstaunt gefragt, warum ich es nicht schon viel früher ausprobiert habe – denn es war absolut grandios! Was genau das war? Nun, ich habe zum ersten bei einem Tough Mudder Rennen teilgenommen! Für diejenigen unter euch, die noch nie etwas von Tough Mudder gehört haben, hier eine kurze Beschreibung dazu:

„Tough Mudder ist 14 – 16 Kilometer langer Hindernislauf bei dem sowohl die physische Fitness als auch die mentale Stärke auf die Probe gestellt werden. Teamwork steht dabei immer im Vordergrund. Tough Mudder stellt Kameradschaft über individuelle Bestzeiten und ist kein Rennen auf Zeit, sondern ein Teamevent, bei dem die Teilnehmer berauschende und gleichzeitig sichere Hindernisse überwinden müssen, die es in dieser Form nirgendwo sonst auf der Welt gibt.“

Bevor ich am Rennen teilgenommen habe, wusste ich generell sehr wenig darüber und hatte dementsprechend auch keine genaue Vorstellung darüber, was mich dort genau erwarten würde. Und meinem Team, bestehend aus sieben Freunden und mir, erging es ebenso, denn auch von ihnen hatte noch nie zuvor jemand bei einem Tough Mudder Event teilgenommen.

Da ich mich generell als relativ fit und sportlich bezeichnen würde, habe ich auch nicht gesondert für die Veranstaltung trainiert. Die Hindernisse habe ich mir ebenfalls nicht so genau im Vorfeld angeschaut, da ich es viel ansprechender fand, mich direkt bei Rennen von ihnen „überraschen zu lassen“.

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Die richtige Vorbereitung ist das A und O

Worum ich mich allerdings sehr wohl im Vorfeld gekümmert habe, war die richtige Kleidung. Gute, leichte Schuhe mit fester Sohle sind nämlich genauso wichtig wie atmungsaktive Sportbekleidung, die nach einem Schlamm- oder Wasserbad schnell wieder trocknet und nicht zu viel Flüssigkeit aufsaugt. Außerdem würde ich euch keine kurzen Shorts als Sporthose empfehlen, da man sich bei einigen Hindernissen sonst schnell die Beine und Knie aufschürfen kann (diese Erfahrung habe ich zu meinem Leidwesen selbst machen müssen). Außerdem sind fingerlose Handschuhe (z.B. Fahrradhandschuhe) eine gute Wahl, da sie bei vielen Hindernissen zusätzlichen Grip verschaffen.

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Meine sonstige Vorbereitung bestand neben dem Outfit eigentlich nur in ausreichend Schlaf und ein paar extra Kohlenhydraten am Tag vor dem Rennen, was meiner Meinung nach aber bereits für einen beachtlichen Energieschub gesorgt hat.

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Der Renntag

Da unsere zugewisene Zeit für das Rennen erst um 13:45 war, mussten wir zum Glück nicht allzu früh aufstehen um zu der etwa 60 Minuten entfernt gelegenen „Tough Mudder Farm“ zu gelangen. Dort angekommen habe wir kurz eingecheckt und uns schon einmal mental auf das Rennen eingestellt. Obwohl mein gesamtes Team eigentlich ziemlich sportlich ist, war im Vorfeld doch eine gewisse Anspannung spürbar – schließlich wusste bis dato keiner so genau was ihn eigentlich erwarten würde. Als wir dann endlich an der Startlinie angekommen waren, stand noch ein kurzes Warm-Up-Programm auf dem Plan, was uns und unsere Mitstreiter noch einmal so richtig heiß auf die bevorstehenden 16 Kilometer gemacht hat. Und dann ging es auch endlich los …

Das Rennen

Auf den ersten 1,5 Kilometern habe wir vom Start weg so richtig Gas gegeben um unseren Adrenalinspiegel ein wenig abzubauen und zuerst an das erste Hindernis zu gelangen. Dort angekommen, dem „The Hangover“, muss man an eine Schrägwand springen und sich dann – entweder mit eigener Kraft oder mit Hilfe einiger Mitstreiter – dort hochziehen um auf die andere Seite zu gelangen.

Einen Kilometer weiter folge dann auch schon das nächste Hindernis, „Overtired“. Hier muss man sich an seilen eine steile Schrägwand hochziehen, an der als zusätzliche Hürden große Reifen angebracht waren. Spätestens nach dem zweiten Hindernis habe ich dann auch erst so richtig verstanden, worum es bei Tough Mudder wirklich geht: Es ist vollkommen ausgeschlossen, das gesamte Rennen ohne die Hilfe seines Teams zu schaffen. Es ist einfach nicht möglich, denn früher oder später benötigt man einfach eine helfende Hand (oder mehrere Hände) um die steilen Wände hinaufzukommen oder eine rutschige Schlammgrube zu durchqueren.

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Nach einigen weiteren Kilometern und wirklich ausgefallenen Hindernissen wie „Hydrophobia“, „Kiss of Mud“, „Tight Squeeze“ oder „Arctic Enema“ kamen wir dann zum „Block Ness Monster“, wo man sich mit Hilfe seiner Teamkollegen durch ein 18 Meter langes, rutschiges Hindernis mit rotierenden Barrieren schieben, ziehen und rollen muss (Eine Übersicht über alle Hindernisse findet Ihr übrigens hier: Tough Mudder Hindernisse 2019). Und als ich so am Rand stand und den Rest meines Teams beobachtet habe wie sie Hand in Hand zusammengearbeitet und sich gegenseitig motiviert haben, in diesem Moment habe ich mich in den Tough Mudder verliebt .

Zu sehen, wie fremde Menschen zusammenkommen, zusammenarbeiten, sich gegenseitig ermutigen, wie große, muskulöse Männer genauso dringend Hilfe benötigen wie kleine, zierliche Frauen, die sofortige Kameradschaft zu erleben, mitzuerleben, wie hilfsbereit und selbstlos jeder Mensch sein kann, wie engagiert jeder war nicht selbst durch ein Hindernis zu kommen, sondern auch anderen dabei zu helfen … es war einfach nur eine unglaubliche und inspirierende Erfahrung! 

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Spätestens da war dann von Aufregung oder Anspannung bei mir und meinen Teammitgliedern keine Spur mehr. Wir alle hatten einfach Spaß, uns durch die einzelnen Hindernisse zu kämpfen und die Laufstrecken dazwischen waren einfach so idyllisch und malerisch, dass wir sie in vollen Zügen genossen haben.

Während der knapp 3 Stunden die wir benötigt haben um die Ziellinie zu überqueren haben wir insgesamt 25 Hindernisse überwunden – und obwohl es kurzzeitig aufgrund eines anstehenden Gewitters hieß das einige Hindernisse gesperrt werden würden, ist es dann glücklicherweise doch an uns vorbeigezogen und alle betroffenen Hindernisse wurden kurzfristig wieder freigegeben. Zu meinen Lieblingshindernissen auf der Strecke gehörten definitiv der „Leap of Faith“, „Funky Monkey“, der „Augustus Gloop 2.0“ sowie der „Everest 2.0“ und nicht zuletzt das „Mudderhorn„.

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Am Ende war das Rennen dann zwar doch anstrengender als gedacht – die stetige Abwechslung zwischen kurzen Rennabschnitten durch waldiges, steiniges und sandiges Gelände mit anstregenden Kletter- und Geschicklichkeitshindernissen hat auf jeden Fall ihre Spuren bei uns hinterlassen – doch hat es trotzdem jede Menge Spaß gemacht und man hat am Ende ausschließlich strahlende Gesichter gesehen.

Ich bin durch mehr Schlamm geschwommen/ gekrabbelt/ gerobbt/ gelaufen als ich bis dato in meinem gesamten Leben getan habe und wisst Ihr was: Ich habe es genossen! Immer ein Schritt nach dem Anderen, ein Hindernis nach dem Nächsten – wir haben uns Stück für Stück vorgekämpft und hatten unglaublich viel Spaß dabei!

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Fazit

Dieses Rennen für mich als als Person eine große Herausforderung und es erfolgreich beendet zu haben, wird mir über Jahre hinweg Mut und Motivation geben, mich weiterhin jeder Herausforderung zu stellen mich nicht von Zweifeln oder Ängsten unterkriegen zu lassenWir sind oft sehr viel stärker als wir glauben!

Und genau um dieses Gefühl vermittelt zu bekommen, wieder Kraft und Glaube an die eigene Stärke zu gewinnen und zu erleben, was Teamwork und Zusammenhalt möglich machen, empfehle ich jedem von euch, unbedingt beim Tough Mudder teilzunehmen! Es ist mit Sicherheit eine Grenzerfahrung, doch sie ist es auf jeden Fall wert! ?

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